Óäîáíî äëÿ ñèñòåìàòèçàöèè ìàòåðèàëà è çàïîìèíàíèÿ!
Althochdeutsche Quellen nach Textgruppen
Inschriften
§
Runen (6. - 8. Jh.) -
vorchristlich und christlich
§
Inschriften in lat. Schrift (9. - 10- Jh.)
Glossen
§
Einzelglossen (Kontext-,
Interlinear-, Marginalglossen)
§
Glossare (z.B. Abrogans)
Sachwörter in lat.
Quellen
§
Rechtswörter (z.B. Lex Ribuaria)
§
Sachwörter in Urkunden (z.B. karoling.
Königsurkunden)
Übersetzungstexte
§
Interlinearübersetzungen (z.B. Benediktinerregel)
§
interlinearartige Übersetzungen (z.B. Tatian)
§
freie Übersetzungen
(z.B. Notker)
§
Umdichtungen (z.B. Otfrids Evangelienbuch)
§
deutsch-lateinische Mischtexte
(z.B. De Heinrico)
Autochtone deutsche Texte
§
Dichtung (z.B. Hildebrandlied)
§
Prosatexte (z.B. Straßburger Eide)
Namen
Althochdeutsche Texte nach nach der sozialen
Funktion
1)
Texte zum Vorlesen/Vortrag
z.B. Zaubersprüche, Segensformeln,
Inschriften, Hildebrandlied, Georgslied, Otfrieds Evangelienbuch,
geistliche Reimdichtung, Predigt
- keine Übersetzungen,
sondern Eigenschöpfungen
- Ziel: Christianisierung
2) Texte für
die Hinführung zum Latein bzw. als Wiederspiegelung des Lateins in der Volkssprache
z.B. Glossen, Interliniearversionen,
Übersetzungen
- nicht als Vorstufe deutscher
Literatur gedacht !
- Ziel: Latinität
3) Bewältigung der Latinität
in der Volkssprache
z.B. Notker, Williram
- volkssprachige Wiedergaben
lateinischer Originale mit eigenen Kommentaren
Geminationsarten
a) Die
sog. westgerm. Gemination
Verdopplung
eines Konsonanten durch unmittelbar folgendes j (aber auch w, r, l, m, n)
got. satjan > ahd. sezzen
b) Gemination
durch Assimilation
ln > ll
nw > nn
- noch
im Ahd. anzutreffen
germ. * stemno > ahd. stimna/stemna > stimma/stemma
"Stimme"
ahd. nemnen/nemnan > nennen
c) Gemination durch Vokalausfall
elilenti > ellenti "Verbannung, anderes Land"
hêriro > hêrro "Herr,
Herrscher, Ehrwürdiger"
d) Gemination durch 2. Lautverschiebung
- inlautend p, t, k > ff, ss, xx
Beispiel: ahd.
offan, ezza, mahhon
e)
Vereinfachung der Gemination, weil 2. Teil der Geminanten keine neue Silbe eröffent
geregelte
Vereinfachung im Auslaut
Beispiel: swimman - swam
auch
vor Konsonanten
Beispiel: brennan - branta
Stand der 2. Lautverschiebung im Spannungsverhältnis
von vollständig bis nicht vollzogen:
SÜDEN
(ich, machen, dorf,
das, apfel, pfund)
1 appel/apfel-Linie
(Germersheimer Linie) = Grenze obd.-md.
(ich, machen, dorf,
das, appel, pund)
2 dat/das-Linie
(ich, machen, dorf,
dat, appel, pund)
3 dorp/dorf-Linie
(ich, machen, dorp,
dat, appel, pund)
4 maken/machen-Linie (Benrather Linie)
(ich, maken,
dorp, dat, appel, pund)
5 ik/ich- Linie (Ürdinger Linie) = Grenze hd.-ndd.
(ik, maken, dorp, dat
appel, pund)
NORDEN
Nach dem Grad der Ausbreitung der 2. Lautverschiebung ergibt sich folgende
Gliederung des deutschen Sprachgebietes an:
Gebiete, in denen die 2. LV vollständig oder teilweise durchgesetzt wurde
§
= hochdeutschen Sprachgebiet
·
vollständige Durchsetzung der 2. LV
¨
= oberdeutsches Sprachgebiet
·
teilweise Durchsetzung der 2. LV
¨
= mitteldeutsches Sprachgebiet
Gebiete, in denen sich die 2. LV
nicht durchgesetzt wurde
§
= niederdeutsches bzw. niederländ. Sprachgebiet
Dialektale Gliederung des deutschen Sprachraumes
niederländische Dialekte niederdeutsche Dialekte
Flämisch Friesisch
Brabantisch Altsächsisch
Limburgisch Niederfränkisch
hochdeutsche Dialekte
a)
mitteldeutsche Dialekte
Rheinfränkisch
Mittelfränkisch
Moselfränkisch
Ripuarisch
Thüringisch
b)
oberdeutsche Dialekte
Bairisch
Alemannisch
Ostfränkisch
Südfränkisch
Schwäbisch
Interpretation "VATERUNSER"
St. Gallen Freising Weißenburg Tatian
8. Jh. 8. Jh. 9.
Jh. 9. Jh.
(alem.) (bair.) (rheinfr.) (ostfr.)
----------------------------------------------------------------------------------------------------------
thu du thu thu
=
Wandel germ. über d zu ahd. d
-
stl. dentale Spirant wird sth.
und geht über zum sth Verschlußlaut
-
gehört nicht zur LV, steht aber mit ihr in
Beziehung
-
Süden -- Norden
-
trat im 8. Jh. ein
pist pist bist bist
=
Mediäverschiebung b > p
-
beschränkt auf obd. Gebiet
rihhi rihhi richi rihhi
=
Tenuesverschiebung k > hh
-
im Inlaut zwischen Vokalen
prooth pilipi broot brot
=
Mediäverschiebung
kip kip gib gib
=
Mediäverschiebung g > k
khorunha chorunka costunga costunga
=
Tenuisverschiebung k > ch
Vokaldreieck
![]()

i ü u
ö
e o
a
Umlauthinderungen
* vor /ht, hs/
ahd. maht : mahti > mhd. maht : mähte
* vor /rw/
as. garwian
> mhd. gärwen >
nhd. gerben
* vor
/l/- und /r/-Verbindungen
ahd. halten : haltis > mhd. halten : hältst
* vor -lih und -lin
ahd. vaterlin > mhd. väterlin
* bei
/i/ in der übernächsten Silbe
ahd. magadi > mägede
![]()
i
Primärumlaut e
Sekundärumlaut ä
a
Althochdeutsche Monophthongierung
ai/ei > ê
germ. ai / ahd. ei > ê
auf wenige Fälle
beschränkt
ahd.
ei > ahd. ê, wenn h, r oder w folgt
Beispiel:
ahd.
zîhan - ahd. zêh (statt "zeih")
nhd. zeihen nhd. zieh
au/ou > ô
germ. au /
ahd. ou > ô,
wenn d, t, z, s, n, r, l
und germ h folgt
Beispiel:
got.
stautan - ahd. stôzan nhd.
stoßen
Althochdeutsche Diphthongierung
germ. ê > ahd. ia
Zeitraum: 8./9. Jh. (9.
Jh. ia > ie)
got.
hêr > ahd. hiar nhd.
hier
lat. spêculum > ahd. spiagel nhd. Spiegel
germ. ô > ahd. uo
Zeitraum: 8./9. Jh.
got. fôtus > ahd. fuoz nhd.
Fuß
got. fôr > ahd. fuor nhd.
fuhr
Formenbestand des ahd. Verbs
Ahd. Mhd. Nhd.
Genus Aktiv Aktiv Aktiv
Passiv
Tempus Präsens Präsens Präsens
Präteritum Präteritum Präteritum
Perfekt
Plusquamperfekt
Futur I
Futur II
Modus Indikativ Indikativ Indikativ
Konjunktiv Konjunktiv Konjunktiv
Imperativ Imperativ Imperativ
Numerus Singular Singular Singular
Plural Plural Plural
Verbalnomen Infinitiv Infinitiv Infinitiv
Part. Präs. Part. Präs. Part. Präs.
Part.
Prät. Part. Prät. Part. Prät.
Das Substantiv im Althochdeutschen
Gen.
Sg. Mask. han -in -s "des Hahnes"
Neutr. hairt -in -s "des Herzens"
Fem. tugg -on -s "der
Zunge"
Fem. gib -o -s "der Gabe
Akk. Pl. Mask. dag -a -ns "die
Tage"
Mask. gast -i -ns "die
Gäste"
Mask. sun -u -ns "die Söhne"
Morphemstruktur des germ. und nhd. Substantivs
Gotisch Neuhochdeutsch
Sg. dag- -a- Tag- ...
Wurzel Stammbildungs- Wurzel Stammbildungs-
element element
Pl. daga- -ns Tag- -e
Stamm Flexions- Stamm Flexions-
element element
dagans Tage
flektierte Wortform flektierte Wortform
Nach den Stammbildungselementen lassen sich für
das Germanische verschiedene Klassen der Substantivflexion unterscheiden:
1. n- Stämme
got. Gen.Sg. han -in -s
hairt -in -s
tugg -on -s
Dieses Stammbildungselement geht auf -n
aus.
2. o- Stämme
got. Gen.Sg. gib -o -s
3. a- Stämme
got. Akk.Pl. dag -a -ns
4. i- Stämme
got. Akk.Pl. gast -i -ns
5. u- Stämme
got. Akk.Pl. sun -u -ns
Die ahd. Substantivflexion wird nach diesen Klassen eingeteilt.